Lässt es sich von 8,50 Euro Stundenlohn leben? Diese Frage stellt sich schon heute über 2,5 Millionen Beschäftigten nicht mehr. Denn sie müssen mit Stundenentgelten deutlich darunter über die Runden kommen. 8,50 Euro sind kein Luxus, sondern stellen das Minimum dar.
Der Einstieg in einen Mindestlohn soll mit - vorübergehend - 8,50 Euro pro Arbeitsstunde oder einem Monatsentgelt in Höhe von ungefähr 1.428 Euro brutto vorgenommen werden. Diese Beträge liegen zwar höher als viele jetzt gezahlte Niedriglöhne, aber noch immer deutlich niedriger als die Marke des "Armutslohns". In der Wissenschaft wird als Armutslohn ein Einkommen definiert, welches die Hälfte des durchschnittlichen Monatseinkommens aller Beschäftigten unterschreitet.
Die hohen Kosten für die Miete, Lebensmittel und kulturelle Ereignisse - vor allen Dingen in den Ballungszentren - lassen sich von einem Brutto-Lohn von 8,50 Euro in der Stunde (das sind 1.428 Euro im Monat) nur bedingt bestreiten. Die schrittweise Erhöhung auf 9,00 Euro wird deshalb als notwendig angesehen, um Menschen unabhängig von ihrer Steuerklasse ein Leben oberhalb des gesellschaftlichen Existenzminimums zu gewährleisten.