Donnerstag, 25.03.2010

Mindestlöhne im Einzelhandel ab 2011

Barcode Einzelhandel

© [complize: photocase.com]

 

Auf der Frühjahrs-Konjunktur-Pressekonferenz des Handelsverbandes Deutschland (HDE) hat sich der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes, Stefan Genth, für einen Branchenmindestlohn im Einzelhandel ausgesprochen. Anfang kommenden Jahres würden der HDE und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di eine neue tarifliche Entgeltstruktur aushandeln. Auch Mindestlöhne oder ein tarifliches Basisentgelt seien vorgesehen. Einen gesetzlichen Mindestlohn lehne die Branche hingegen ab, da dieser nicht die jeweiligen Marktbedingungen in den Regionen berücksichtigen könne. Derzeit gelte für zwei Drittel aller Beschäftigten der Branche ein Tarifvertrag, habe Genth erklärt. Die untersten regionalen Tariflöhne lägen bei rund 7 Euro.

 

Bereits vor einigen Wochen hatte sich der Aufsichtsratschef des Discounters Lidl, Klaus Gehrig, für Mindestlöhne im Einzelhandel ausgesprochen. „Damit würde die Möglichkeit und der Missbrauch von Lohndumping, der auch vereinzelt im Handel zu sehen ist, unterbunden“, hatte Gehrig in einem offenen Brief geschrieben. Einige Experten werteten den Vorstoß als Versuch, das durch diverse Skandale beschädigte Image von Lidl aufzuwerten. In jedem Fall gelangte die Diskussion um Mindestlöhne im Einzelhandel durch die Äußerungen des Lidl-Chefs auf die öffentliche Tagesordnung.

 

So musste HDE-Hauptgeschäftsführer Genth auf der Frühjahrs-Konjunktur-Pressekonferenz auch über Mindestlöhne sprechen. Obwohl auf seiner Tagesordnung vor allem positive Geschäftsprognosen und steigende Beschäftigungszahlen im Einzelhandel standen.
 

 
 

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8 Kommentare

Sonntag, 28.03.2010 14:41

Lückenfüller

Richtig so! Der Mindestlohn müsste letztendlich in jeder Branche greifen. Arbeit ist schließlich kein Hobby und Leistung kostet nunmal Geld. Genauso wie alle Dinge die man zum (Über-) Leben braucht: Familie (insbesondere Kinder!!!), Miete und Nebenkosten, Essen, und ab und zu etwas Kultur oder Sport.
Der Staat darf nicht als Lohnersatzleister eintreten für Unternehmen, die Milliarden- Umsätze machen und schauen wo man noch die eine oder andere Subvention abkassieren kann - finanziert über steuerzahlende Unternehmen, die ihre Mitarbeiter aus Überzeugung anständig bezahlen. Und Sklaverei darf sich nicht ausbreiten in einem so hoch entwickelten und angesehenen Land wie Deutschland.

Montag, 29.03.2010 14:58

Josef Pieper

Richtig so, viele Angestellte im Einzelhandel arbeiten schon jetzt bis an ihre Belastungrenze. Da muss dringend ein gesetzlicher Mindestlohn. Auf Dauer will sonst niemand mehr im Einzelhandel beschäftigt sein.

Montag, 29.03.2010 15:27

Andreas Frick

Hier heißt es aufpassen und nicht Nachgiebig sein!
Da der einzelhandel seine Verkaufszeiten immer weiter ausdehnt, kann keine rede davon sein das man zu wenig zu tun hat.
Lebensmittel werden ständig benötigt, da ist auch das bundesland und die Region egal! Kein Lohn unter 10€ absolut
denn das hat die ungelernte Kraft an der kasse bei Supermärkten wie Rewe ohnehin, und liegt damit u7m nur wenige € über Hartz-IV. Ein Lohnabstand ist da so gut wie nicht sichtbar. Lidl und Schlecker sind dagegen aber noch richtige Ausbeuter.
Noch etwas: Bei Supermärkten wie REWE z.B arbeiten nur wenige Vollzeit,
der große Rest hat nur 30 Std/Woche und kommt damit auf höchsten mal 1300€ Brutto, was im Alter zur Armut führt
Da müßte noch nachgebessert werden!

Dienstag, 30.03.2010 09:08

Eckardt

mein Stundenlohn:5,40€. Da mein Ehemann angeblich soooviel verdient würde ich als Harz 4 Empfänger gar nichts bekommen.Abzüglich Fahrgeld bleibt mir im Monat nicht mal ein Hungerlohn. Das kann und darf nicht sein.Bin im Einzelhandel Franchies Unternehmen.Beispiel. zum 3 Advent 2009 hatten wir Inventur zur Entlohnung gab es eine Pizza! Kein Urlaub od Weihnachtsgeld. Ich kann nur hoffen das der Mindestlohn auch für Privatunternehmer zwingend wird !!!

Mittwoch, 29.09.2010 22:15

Patrick Hiller

Was verdient man als gelernte Gross- und Einzelhandel`s Kauffrau? Mindestlohn?

Montag, 06.12.2010 21:18

Kata

Arbeiten für Niedriglohn inkl bis zu 10 Überstunden pro Woche ... das ist der Einzelhandel 2010. Ich arbeite gern und fleissig, aber ich erwarte von der Politik einzugreifen, denn schließlich bin ich neben der Arbeit auch noch allein erziehend mit 2 Kindern :-(

Samstag, 11.12.2010 11:39

Hilde

Ich arbeite bei einem großen Unternehmen mit 4 Buchstaben als 400 Euro Kraft an der Kasse und bekomme gerade mal 6 Euro die Stunde...Wozu habe ich eine Ausbildung als Verkäuferin gemacht, wenn ich mit ungelernten Kräften gleichgestellt werde??

Dienstag, 15.02.2011 11:27

Timo

Habe eine abgeschlossene Ausbildung als Kaufmann im Einzelhandel.Und da es kein Mindestlohn gibt, war mein bestbezahlter Job 5,-Netto/Std. nicht sehr berauschend, wenn man sich dann errechnet, dass jede 400,-Eurokraft mehr in der Stunde verdient wie ich.Und sehr ärgerlich zugunsten der gelehrnten Kräfte kann jeder Hans&Franz im EH arbeiten.:-(!!!Was wär denn die Wirtschaft ohne Verkäufer? Die Frage ist, ob nicht oft am falschen Ende gespart wird.

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