Mehr als 2,5 Millionen Menschen sind in Deutschland arm, obwohl sie Vollzeit arbeiten. In der Politik, aber auch in den Medien werden die Konzepte zur Reform am Arbeitsmarkt kontrovers diskutiert.
Kann man sich aus der Spirale Niedriglohnjob, Arbeitslosigkeit, Hartz IV tatsächlich selbst befreien, wie der Selfmade-Millionär Ivar Niederberger behauptet? Wohl kaum, wenn einem die Gesellschaft nicht auch realistische Chancen und Hilfestellung bietet, meint unter anderem die stellvertretende Vorsitzende der LINKS-Fraktion, Sahra Wagenknecht. Über soziale Ungerechtigkeit in Deutschland und was man dagegen tun kann diskutierte Frank Plasberg mit seinen Gästen.
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"Ehrensold für Wulff, Millionen für Chefs: Und was kriegt der Rest?" Darüber diskutiert Sandra Maischberger mit ihren Gästen, unter anderen Gregor Gysi, Patrick Döring, Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück, Ex-BDI-Chef Michael Rogowski, Köchin Jennifer Cook und Kai-Uwe Dalichow von der Friseur-Innung Berlin.
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Für die Reportage aus der Reihe "ZDFzoom" ließ sich Reporter Christian Bock bei unterschiedlichen Firmen als Zeitarbeiter einsetzen. Er berichtet über schockierende Erfahrungen, die für viele Zeitarbeiter jedoch zum Arbeitsalltag gehören. Die Reportage gibt Einblick in eine Branche, für die nach langem Ringen zwar ein Mindestlohn vereinbart wurde, dieser aber häufig mit unterschiedlichen Tricks und illegalen Praktiken unterlaufen wird.
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"Lohndumping ist überall. Millionen Geringverdiener arbeiten in prekären Verhältnissen. Nur etwa 60 Prozent der Erwerbstätigen haben noch einen unbefristeten Vollzeitjob. Das Heer der Ein-Euro-Kräfte und Mini-Jobber wächst. Fast eine Million Leiharbeiter bekommen oft deutlich weniger als ihre festangestellten Kollegen. Die Ausbeutung nimmt zu. Ganz unten: Die Schattenwelt der Saisonarbeiter und Illegalen. Wer verdient alles mit, wenn Menschen billig schuften, ohne Regeln und Mindestlohn?"
Das ARD-Magazin Monitor zeigt, wie Leiharbeitsfirmen ihr unternehmerisches Risiko auf die Beschäftigten abwälzen. Demnach werden verleihfreie Zeiten den Leiharbeitnehmern oft von ihren zuvor geleisteten Überstunden abgezogen, bis das Arbeitszeitkonto ein Minus vorweist. "Das ist eindeutig gesetzeswidrig“, erklärt Wilma Ricker von der IG Metall. Die Gewerkschaft stelle diese Praxis jedoch bei fast allen Abrechnungen fest, die ihr zur Überprüfung vorgelegt werden.
Einen Tag, nachdem sich die Abgeordneten auf dem CDU-Parteitag in Leipzig für die Einführung einer Lohnuntergrenze ausgesprochen haben, diskutiert WDR 5 den Kompromiss der Partei, befragt die Menschen und Experten über die zu erwartenden Folgen der Lohnuntergrenze, die für jede einzelne Branche von den Tarifparteien festgelegt werden soll.
Bei 2+Leif im SWR diskutierten der Zweite Vorsitzender der IG Metall, Detlef Wetzel, und der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion im Bundestag, Martin Lindner, über das Vorhaben der Bundeskanzlerin Angela Merkel, einen Mindestlohn einführen zu wollen. Doch während die FDP noch abwinkt, gehen den Gewerkschaften Merkels Pläne noch nicht weit genug.
Anne Will hatte verschiedene Gäste geladen, um mit ihnen über den Kurs von Angela Merkel zu diskutieren. Bei dieser Gelegenheit gerieten die CDU-Politikerin Julia Glöckner und der FDP-Generalsekretär Christian Lindner beim Thema Mindestlohn aneinander und trugen die verschiedenen Ansichten der schwarz-gelben Koalition nach außen.
Immer mehr Menschen sind trotz Vollzeit-Job auf Hilfe vom Staat angewiesen. Trotzdem fordern einzelne Politiker immer noch, die Unternehmen nicht mit hören Lohnkosten zu belasten. Gleichzeitig hat die CDU, jahrelang ein vehementer Gegner des Mindestlohns, innerhalb ihrer Partei den Weg für eine Lohnuntergrenze geebnet. Log in fragt trotzdem: Brauchen wir den Mindestlohn?
In Deutschland arbeitet inzwischen jeder Fünfte für einen Niedriglohn. Doch mit solche geringen Gehältern bleibt für private Vorsorge nichts mehr übrig, und das, obwohl die gesetzliche Rente doch kaum reichen wird. In keinen anderen europäischen Land ist die Zahl der schlechtbezahlten Jobs in den vergangenen 15 Jahren so stark angestiegen. Der SWR zeigt das Beispiel einer jungen Floristin, die trotz Vollzeitarbeit auf eine Rente unter Hartz-IV-Niveau kommen wird.
Bei Maybrit Illner diskutierten die Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, der Linkenchef Klaus Ernst und der Direktor des Instituts für Wirtschaftsforschung Michael Hüther gemeinsam mit einem jungen Menschen, einer Selbstständigen und einer Finanzexpertin über gerechte Löhne und die drohende Gefahr der Altersarmut in Deutschland. Von der Leyen versprach, sich um Niedriglöhne zu kümmern, die Menschen trotz Arbeit in die Armut im Alter abrutschen lassen. Dazu gehörten Mindestlöhne, die Arbeitgeber und Gewerkschafter aushandeln sollten.
Die Altersarmut nimmt in den nächsten Jahren sprunghaft zu. Arbeitsministerin von der Leyen weiß das, will gegensteuern und Zuschüsse für arme Alte geben. Das verkündete sie neulich beim "Regierungsdialog Rente". Aber an das Grundübel geht sie nicht heran; der Niedriglohnsektor in Deutschland wird immer größer, Stundenlöhne von 6,-, 7,- €, sie verbreiten sich. Viel zu viele Menschen verdienen viel zu wenig, um sich fürs Alter abzusichern. Arbeiten bis zum Umfallen, die Zukunft in einem der reichsten Länder der Welt, berichtet das ARD-Magazin Monitor.
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Das Möbelhaus XXX-Lutz gerät in die Schlagzeilen. Die Mitarbeiter des Unternehmens werden bei außen stehenden Gesellschaften beschäftigt, die von dem Möbelhaus ständig unter Druck gesetzt werden, noch billiger und effizienter zu wirtschaften, andernfalls wird mit der Schließung des Unternehmens gedroht. Die Mitarbeiter leben in Angst, ihren Job zu verlieren, akzeptieren niedrige Stundenlöhne zwischen sieben und acht Euro und lassen sich als 400-Euro-Kräfte auf rechtswidrige Vertragsklauseln wie der Verweigerung von Urlaub und bezahlten Krankentagen ein.
Kehrtwende bei der CDU in Sachen Mindestlohn? Der Kreisverband der CDU in Trier-Saarburg möchte gegen Niedriglöhne vorgehen und fordert eine Lohnuntergrenze von 8,50 Euro. Dazu bezieht die CDU-Landeschefin Julia Klöckner in der Sendung Stellung.
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Das neue Vergabegesetz in Brandenburg sieht einen Mindestlohn von 8 Euro für öffentliche Aufträge vor, so der Bericht des rbb Brandenburg. 45 Branchen sind davon betroffen, in denen bislang niedrigere Löhne an der Tagesordnung waren. Eine gute Nachricht für Marlies Schaale, Mitarbeiterin einer Gebäudereinigungsfirma in Potsdam, die täglich in der Staatskanzlei für Sauberkeit sorgt.
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Fast zwei Millionen Deutsche, vor allem im Osten, arbeiten für Mini-Löhne. Nach Ansicht der Arbeitgeber ist dies kein großes Problem. Die Gewerkschaften protestieren vehement.
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Sinkende Nettolöhne bei Gering- und Normalverdienern - wie passt das zum vielgepriesenen Wirtschaftsaufschwung in Deutschland? Die Sendung Monitor nimmt das Jobwunder Deutschland unter die Lupe: Zwar seien im letzten Jahr rund 322.000 neue Jobs geschaffen worden, davon aber 57 Prozent in der Leiharbeit. Dort arbeiteten die Beschäftigten zu unhaltbaren Bedingungen, wie die Reportage an erschreckenden Beispielen zeigt.
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Der Aufschwung ist da. Die deutsche Wirtschaft brummt. Geht es der Wirtschaft gut, weil es einem wachsenden Teil der ArbeitnehmerInnen schlecht geht? Über Lohnentwicklung und die derzeitigen Verhältnisse am deutschen Arbeitsmarkt diskutiert Jörg Schönenborn mit seinen Gästen. „Wir haben in diesem Aufschwung erstmals einen tief gespaltenen Arbeitsmarkt", so Prof. Dr. Rudolf Hickel, Direktor des Instituts Arbeit und Wirtschaft (IAW). "Es gibt ganz viele Menschen, vor allem in den prekären Arbeitsverhältnissen, den 1-Euro-Jobs und den 6,5 Millionen Niedriglohnjobs, die von diesem Aufschwung überhaupt nichts mitkriegen."
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Berufstätige Frauen haben in Bremen immer noch ein höheres Armutsrisiko als Männer, so der Bericht zur sozialen Lage 2011 der Arbeitnehmerkammer Bremen. Mehr als die Hälfte der berufstätigen Frauen arbeiten in Teilzeit, befristeter Beschäftigung oder Minijobs. Die Einführung eines Mindestlohn sei hier das wichtigste Mittel, so Elke Heyduck von der Arbeitnehmerkammer.
In der SWR-Sendung 2+Leif diskutieren Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionsvorsitzender der Linken im saarländischen Landtag, über die Zunahme von Niedriglohnbeschäftigung in Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs. Über den Rückgang der Arbeitslosenzahlen sei er „nicht glücklich“, erklärt Lafontaine, da dieser mit dem „Aufbau von prekären Arbeitsverhältnissen und Niedriglöhnen“ einhergehe. Brüderle betont, die FDP habe sich nicht für einen Niedriglohnsektor, sondern für einen „flexiblen Arbeitsmarkt“ eingesetzt. Dieser habe den Aufschwung erst ermöglicht.
Im Interview mit dem Deutschen Welle-Magazin „Made in Germany“ erklärt Gerhard Bosch, Direktor des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ), die Warnungen der Gewerkschaften vor Lohndumping in Folge der Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes seien berechtigt. Denn in Deutschland hätten wir „unsere Hausaufgaben nicht gemacht“, so der Arbeitsmarktexperte. In den Nachbarländern Deutschlands würden längst Mindestlöhne um 9 Euro pro Stunde gelten. Daher gebe es dort keine Angst vor Zuwanderung aus Mittel- und Osteuropa.
Die WDR „Lokalzeit Münsterland“ berichtet über einen Fall von Lohndumping in der Heimarbeit. Für die Qualitätskontrolle von Gummiringen habe Roswitha R. aus Warendorf 16,64 Euro bekommen. Auf Nachfrage erklärt der Hersteller, für die Überprüfung werde pro Ring 0,5 Cent gezahlt. Die Redaktion der Sendung kommt danach bei eigenen Tests auf einen Stundenlohn von 1,50 Euro.
Laut einer Umfrage des DGB bewertet die Hälfte der Erwerbstätigen in Deutschland ihre Arbeit als mittelmäßig, ein Drittel sogar als schlecht. Darüber diskutieren Norbert Blüm (Ex-Bundesarbeitsminister), Heather de Lisle (Journalistin und TV-Moderatorin), Helmut Naujoks (Rechtsanwalt), Christina Frank (Gewerkschaftssekretärin), Tina Voß (Zeitarbeits-Unternehmerin) und Peter Hintermeier (Leiharbeiter) in der ARD-Talksendung „Menschen bei Maischberger“.
Der SWR 1 „Radioreport“ widmet sich den Folgen des Urteils des Bundesarbeitsgerichtes gegen die Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP). Arbeitnehmer, die nach den Verträgen der Organisation bezahlt worden sind haben demnach nachträglich ein Recht auf gleichen Lohn. In der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di werde nun erwägt, den Leiharbeitstarifvertrag der DGB-Gewerkschaften zu kündigen. Ohne gesonderten Tarifvertrag müssten Leiharbeitsbeschäftigte in Deutschland den gleichen Lohn bekommen wie die Stammarbeitskräfte in ihren Einsatzunternehmen, erklärt eine ver.di-Vertreterin.
Dem Bericht der WDR „Lokalzeit aus Dortmund“ zufolge engagiert die Möbelkette IKEA Beschäftigte aus der Ukraine, die dort nachts Container entladen. Um den geltenden Tarifvertrag zu umgehen, der zusätzlich zum Grundlohn einen Nachtzuschlag vorsieht, werden Werkverträge über mehrere Subunternehmen abgeschlossen. IKEA will dazu keine Stellung nehmen. Der ukrainische Subunternehmer erklärt, der Lohn der Beschäftigten, knapp 6,50 Euro pro Stunde, sei noch immer das dreifache von dem, was sie in der Ukraine verdienen würden.
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Das Magazin Frontal 21 berichtet, wie die Christliche Gewerkschaft BIGD jahrelang Mitglieder ohne ihr Wissen führte und vom kargem Gehalt als Leiharbeitskräfte sogar noch Gewerkschaftsbeiträge abführte. Vor allem das Leiharbeitsunternehmen artos bedankte sich für die härtesten Dumpinglohntarifverträge der Branche mit zahlreichen neuen unwissenden Mitgliedern. Für Rechtsexperten ist das Vorgehen sytematischer Betrug.
Anlässlich des Aktionstages der IG Metall, berichtet die ZDF-Nachrichtensendung Heute über das Thema Leiharbeit. Geschildert wird der Fall eines Beschäftigten, der mit 1400 Euro rund 500 Euro weniger im Monat verdient als seine festangestellten Kollegen. „Wir werden erst Ruhe geben, wenn gleicher Lohn für gleiche Arbeit gilt“, kündigt Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, an.
Wie das ZDF-Magazin DAS Thema berichtet greift das Einzelhandelsunternehmen Kaufland immer häufiger auf billigere Beschäftigte osteuropäischer Verleihfirmen zurück. Im fränkischen Logistikzentrum von Kaufland sind neben 150 Festangestellten 300 Leiharbeitnehmer beschäftigt. Beim Automobilzulieferer Schaeffler habe der Betriebsrat ausgehandelt, dass Leiharbeitnehmer nach spätestens 18 Monaten den gleichen Lohn bekommen müssen wie Festangestellte.
Die ZDF-Sendung berichtet zum DGB-Aktionstag zum Thema Leiharbeit und porträtiert einen Leiharbeitnehmer, der nach eigener Aussage monatlich bis zu 800 Euro weniger verdient als seine festangestellten Kollegen. Arbeitsrechtsanwalt Christoph Burgmer erklärt, Unternehmen würden Leiharbeit mittlerweile oft strategisch einsetzen. Der Anteil der Leiharbeitskräfte an der Belegschaft liege oft bei bis zu 50 Prozent.
In Bremen müssen Unternehmen bei öffentlichen Aufträgen einen Mindestlohn zahlen. Das Magazin Buten un Binnen von Radio-Bremen berichtet über die Debatte über die Erhöhung des geforderten Stundenlohns um einen Euro auf 8,50 Euro pro Stunde.
Mit Inkrafttreten der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit werde es „eine ganze Reihe an Branchen geben, in denen Niedriglöhne aus Osteuropa zum Einsatz kommen und damit die Löhne ganz und gar in den Keller fallen ", sagt Norbert Lenhard, Betriebsratsvorsitzender beim Automobilzulieferer Schaeffler im Interview mit dem ZDF-Magazin WISO.
Die rbb-Sendung „Die Jury hilft“ berichtet über die Schichtleiterin in einem Paketdienst, die um die fünfköpfige Familie ernähren zu können, zusätzlich zu ihrem Lohn auf Hartz IV angewiesen ist. Beantragungen und sonstiger Schriftverkehr mit dem Amt nehmen sehr viel Zeit in Anspruch. Ein Mehrbedarf für die allergiegerechte Ernährung ihrer Kinder wird ihr erst auf Druck durch „die Jury“ zugestanden.
ARD-exclusiv zeigt, was Leiharbeit für die Beschäftigten bedeutet: Niedrige Löhne, die nicht zum Leben reichen, abrufbar sein, ständige Arbeitsortwechsel und in den Einsatzbetrieben nicht richtig dazu gehören. Die Reportage berichtet von drei Leiharbeitnehmern, die sich für einen Dauereinsatz eine Wohnung vor Ort mieten müssen. Die Kosten müssen sie selbst tragen. Damit sich der Einsatz lohnt, arbeiten sie 10 Stunden täglich.
Obwohl die Arbeiterwohlfahrt (AWO) seit ihrer Gründung für soziale Gerechtigkeit und Gleichheit einsetze, seien in den AWO-Altenheimen in Essen rund 15 Prozent der Beschäftigten Leiharbeitnehmer, berichtet das ARD-Magazin Plusminus. Neueinstellungen erfolgten mittlerweile überwiegend über die unternehmenseigene Verleihfirma, die AWO Service GmbH.
„Ich kann essen, trinken, schlafen. Ich lebe, aber ich nehme am Leben nicht teil“, sagt ein Sicherheitsbeschäftigter im rbb-Magazin Was!. Trotz bis zu 50 Stunden Nachtarbeit pro Woche bekommt er einen Lohn auf Hartz IV-Niveau. Ein Branchenmindestlohn, den ver.di und der Arbeitgeberverband ausgehandelt haben, wird bislang von BDA und FDP verhindert.
Im öffentlichen Dienst werden zunehmend Tarifverträge mit Leiharbeitern unterlaufen. report MÜNCHEN zeigt Busfahrer aus München und Duisburg, die für die Hälfte des Tariflohns im Schichtdienst schuften. Trotz 12 Stunden-Tag, Schichtdienst und Einsatz an Sonn- und Feiertagen können diese Fahrer von ihrem Niedriglohn keine Familie ernähren, brauchen Unterstützung vom Amt. report MÜNCHEN über modernen Sklavenhandel aus Staates Hand.
Im Studio Friedmann diskutiert der Moderator Michel Friedmann mit dem Vorsitzenden der Linkspartei, Klaus Ernst, und dem Staatssekretär der Bundeswirtschaftsministeriums Hans-Joachim Otto (FDP) über die Frage, ob es in Deutschland sozial gerecht zu gehe. Beide Gäste sind sich einig, dass Deutschland von einem Aufschwung profitiere. Während Otto meint, dass neue Arbeitsplätze den besten Lohn im Aufschwung für die Beschäftigten darstellten, fordert Ernst eine gerechtere Verteilung der Einkommen.
Im Interview mit dem ZDF-Morgenmagazin erklärt der DGB-Vorsitzende Michael Sommer: „Wir wollen die Freizügigkeit. Was wir nicht wollen ist, dass diese Freizügigkeit genutzt wird, um Lohndumping zu betreiben. Und deswegen brauchen wir den Mindestlohn. Mindestens in der Zeitarbeit, am besten überall“.
Seit einigen Jahren ist in Deutschland eine Kaffeekultur entstanden, die der dunklen Bohne auf eine ganz neue, andere Art huldigt. Meist in einem Pappbecher zum Mitnehmen wird Kaffee zu teuren Preisen mit geschäumter Milch serviert. Einer der bekanntesten Marken dieser to go- Kaffeekultur ist Starbucks. Lifestyle wird teuer verkauft, während die Angestellten unter hohem Druck und niedrigen Löhnen leiden. Ein ZDF-Beitrag berichtet.
Der Ärger und die Wut unter den rund 450.000 Beschäftigen bei Diakonischen Werken wachsen. Seit Jahren klagen Sie über systematisches Lohndumping durch die Auslagerung von Mitarbeitern in Leiharbeitsfirmen und die Absenkung von Löhnen, gerade in den unteren Lohngruppen.Doch ein Streikrecht und herkömmliche Tarifverträge gibt es beim kirchlichen Arbeitgeber Diakonie nicht. Die Kirchen genießen als Religionsgemeinschaften Sonderrechte und können so eigene Regeln für das Arbeitsrecht aufstellen. Die Diakonischen Arbeitgeber bestehen darauf, Löhne nach dem "Dritten Weg" in so genannten Arbeitsrechtlichen Kommissionen festzulegen, die aus Arbeitnehmern und Arbeitgebern bestehen. Doch die Arbeitnehmerseite besteht aus willfährigen Mitarbeitern, die das Lohndumping unterstützen, berichtet Report Mainz.
Das ARD-Magazin Monitor deckt ausgerechnet im Deutschen Bundestag Niedriglöhne auf. Sicherheitskräfte, die den Bundestag als Angestellte einer externen Firma bewachen, verdienen 6,25 Euro pro Stunde. Bei einer Vollzeitstelle kommen die Sicherheitsleute lediglich auf einen Verdienst von 960 bis 930 Euro netto im Monat. Viele der Beschäftigten müssen ihren Lohn daher mit Hartz IV aufstocken. Kein Problem, meint der stellvertretende Vorsitzende der FDP, Heinrich Kolb. Ob nun der Bundestag angemessene Gehälter zahle oder die Bundesagentur für Arbeit den Lohn aufstockt. Die Kosten unterscheiden sich für den Steuerzahler nicht.
Das ARD-Magazin Panorama berichtet ausführlich, wie Deutschland seine westeuropäischen Nachbarn in der Lebensmittelindustrie ruiniert. Weil Deutschland keinen Mindestlohn hat, verlegen Schlachtereibetriebe wie Danish Crown aus Dänemark die Produktion nach Deutschland. LkW Fahrer pendeln mehrmals täglich zwischen Deutschland und Dänemark hin und her, bringen grob zerlegte Teile, die per Hand in Deutschland weiterverarbeitet werden und dann zurück nach Dänemark gehen. Das rentiert sich, denn in Deutschland liegt der Lohn teilweise bis zu zwei Drittel unter dem Lohn unserer westeuropäischen Nachbarn. In Dänemark sind so bereits 6.000 Arbeitsplätze weggefallen.
Report München berichtet, wie sich polnische und deutsche Leiharbeitsunternehmer auf die Zeit nach der Arbeitnehmerfreizügigkeit im Mai 2011 vorbereiten. Es gebe bereits Kooperationen, berichtet das Magazin. Demnach hätten einige deutsche Unternehmen vor, ihre deutschen Mitarbeiter durch billigere polnische zu ersetzen, die für einen Stundenlohn von zwei bis fünf Euro pro Stunde einsetzbar seien. Obwohl Arbeitgeber, Gewerkschaften, Opposition und Union handeln wollen, will die FDP von der drohenden Gefahr nichts wissen und lehnt einen Mindestlohn ab.
Frontal 21 berichtet von der jungen Generation, die engagiert ins Arbeitsleben eintreten will, aber doch nur Steine vorfindet. Keine Übernahme nach der Ausbildung, Leiharbeit, geringfügige oder befristete Beschäftigung. Das ist für die meisten jungen Menschen Realität. Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, berichtet, dass jeder zweite junge Mensch in einem prekären Beschäftigungsverhältnis angestellt ist. Ein Auszubildender, ein Leiharbeiter und eine Hochschulabsolventin berichten von ihren Erfahrungen.
In einer Reportage widmet sich das ZDF der prekären Arbeitssituation junger Beschäftigter in Deutschland. Jeder vierte unter 35-Jährige arbeitet mittlerweile befristet, in Teilzeit oder Leiharbeit. Am schlimmsten treffe es die ganz jungen Arbeitnehmer, erklärt der Soziologie-Professor Klaus Dörre im Beitrag. Fast jeder zweite unter 24-Jährige befindet sich in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis, normale Festanstellungen werden zur Ausnahme. Betroffene junge Menschen berichten, dass sie aufgrund ihrer unsicheren beruflichen Situation den Wunsch nach Kindern oder den Bau eines Hauses hinten anstellen.
Frontal 21 beschäftigt sich mit der Frage, ob Mindestlöhne in Deutschland tatsächlich Arbeitsplätze kosten würden und kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis. Arbeitgeber in der Gebäudereinigung loben die Lohnuntergrenze außerordentlich und sind überzeugt, dass der Mindestlohn die Beschäftigung sichert. Arbeitgebervertreter fordern nun auch für die Leiharbeit einen Branchenmindestlohn. In Großbritannien, so die Recherchen von Frontal 21, habe der Mindestlohn für einen Beschäftigungsaufbau in nahezu allen Niedriglohnbranchen gesorgt.
Bereits für neun Branchen gilt in Deutschland ein Mindestlohn, doch nicht jeder Arbeitgeber hält sich daran und versucht zu tricksen. Recht brisant begleitet den Zoll, wie er in der Gebäudereinigungsbranche Betrügern auf die Schliche kommt. Die Beamten kennen bereits die Tricks: Unbezahlte Überstunden, Bezahlung nach Quadratmeter oder Zimmer. Wer entdeckt wird, muss Bußgeld zahlen und im schlimmsten Fall mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.
Immer mehr Menschen müssen mit niedrigen Löhnen ihren Lebensunterhalt bestreiten und sind auf staatliche Zuschüsse angewiesen. Inzwischen arbeitet jeder fünfte Arbeitnehmer für einen Stundenlohn unterhalb der Niedriglohnschwelle. Das kostet den Staat etwa 10 Milliarden Euro pro Jahr – Tendenz steigend. Frontal 21 befragt Betroffene, die es entwürdigend finden voll zu arbeiten und trotzdem ein Sozialfall zu sein, und Experten, die das Ausnutzen des Staates zur Lohnsubvention kritisieren.
Plusminus klärt auf, wie Familien in die Illegalität rutschen können, wenn sie osteuropäische Pflegekräfte unter dem gültigen Mindestlohn beschäftigen. Agenturen vermitteln diese Pflegekräfte, indem sie statt als Pflegekräfte offiziell als Haushaltshilfen deklariert werden. Eine weitere Methode, um den Mindestlohn zu unterlaufen, ist es, die Pflegekräfte als selbstständig anzustellen. Dafür bräuchten sie mehrere Arbeitgeber, was bei einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung quasi unmöglich ist. Familien machen sich so oft strafbar und wissen es nicht einmal.
Recherchen von Report Mainz zufolge herrschten unzumutbare Arbeitsbedingungen in den Warenlagern großer Lebensmittelunternehmen. Demnach arbeiteten beispielsweise Edeka, Rewe oder Netto mit dem Personladienstleister headway logistics zusammen. Dieser zahlt seinen Mitarbeitern, die in den Lagern eingesetzt werden, fast ausschließlich Akkordlohn. Ein Mitarbeiter berichtet, er habe in einem Monat nur 380 Euro verdient. Die Gewerkschafterin Margret Mönig-Raane, stellvertretende Bundesvorsitzende von ver.di, ist empört. "Und das ist nicht irgendwo in Bangladesch, das ist in der Bundesrepublik Deutschland!"
Mehr als 700.000 Menschen in Deutschland sind in Leiharbeit beschäftigt. Im ZDF berichtet Martin Wrodny, ein 59 Jahre alter Leiharbeitnehmer, was das für ihn bedeutet. Seit 2005 bekomme er unverändert einen Lohn von 7,50 Euro pro Stunde. “Jetzt muss mich meine Mutter unterstützen, weil ich so einen niedrigen Lohn habe”, klagt der studierte Wirtschaftswissenschaftler. 850 Euro netto reichten hinten und vorne nicht: Miete, Auto, Essen. Überleben kann er mit seinem Gehalt einfach nicht.
cNachdem die Redaktion von „Nachgefragt“ Niedriglöhne bei öffentlichen Arbeitgebern aufdeckte, reagierten der Berliner Senat und das Abgeordnetenhaus. Zuvor haben Langzeitarbeitslose für das Streichen von Fenstern in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden vom Jobcenter lediglich einen Stundenlohn von etwa sechs Euro erhalten. Dabei gilt für das Malereihandwerk ein Mindestlohn von 9,50 Euro pro Stunde. Auf Anfragen der Redaktion wurden die Löhne der Betroffenen den gesetzlich vorgeschriebenen Standards angepasst.